Herzlich willkommen

Ich war immer überzeugt, dass ich 96 Jahre alt werde, genau wie meine Grossmutter. Ich würde 95 glückliche, gesunde und aktive Jahre erleben, im letzten Jahr liessen meine Kräfte nach und ich könnte irgendwann friedlich einschlafen.

Heute weiss ich nicht, ob ich meinen 60. Geburtstag erleben werde. Denn anfangs November 2018 war er plötzlich da, der Krebs (Endometriumkarzinom). Ich bin erblich nicht vorbelastet. Krebs gibt es bei den Frauen in unserer Familie nicht, bei einigen Männern ist er erst im hohen Alter aufgetreten und stellt deshalb keinen Risikofaktor dar.

Wenn du auf diese Seite gefunden hast, dann wirst du entweder selbst von Krebs betroffen oder eine Betroffene/ein Betroffener einer Betroffenen sein. Warum schreibe ich diesen Blog und was hast du davon?

Schreibend bin ich durch mein Leben gegangen, schreibend setze ich mich mit meiner Krankheit auseinander. Ich kann nicht anders, ich muss schreiben. Das ist es, was ich mit dir teilen kann, meine Aufzeichnungen. Seit dem Tag, an dem alles begonnen hat, setze ich Wort an Wort. Ich versuche, meinen Gefühlen, Gedanken, Ängsten und Freuden Gestalt zu geben, um sie zu sehen, besser zu verstehen, nicht zu verlieren.

Es gibt Einträge, in denen ich einfach beschreibe, was grad passiert, beispielsweise bei der Diagnose, nach der Operation im Spital, bei der Chemo. In anderen Texten mache ich mir Gedanken über meine Endlichkeit, schreibe über meine Zweifel und Ängste. Und immer wieder sind da plötzlich Gedichte. Es ist mein Weg, mit dieser Krankheit umzugehen. Deiner wird sehr wahrscheinlich ein anderer sein.

Vielleicht können dich meine Worte inspirieren, motivieren oder trösten, vielleicht bestätigen oder überraschen sie dich, vielleicht berühren sie dich.

Ich weiss nicht, wie lange diese Reise noch dauern wird – und trotzdem nenne ich meinen Blog „Ode an das Leben“. Was ich gelernt habe, ist, dankbar zu sein für das, was war und ist, Schritt für Schritt zu gehen und die Hoffnung nicht zu verlieren, auch wenn das nicht immer einfach ist. Denn es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Deshalb wird es in diesem Blog auch immer wieder Pausen geben und Antworten auf eure Kommentare brauchen Zeit. Es gibt aber auch Tage, an denen ich eine geschärfte Wahrnehmung und Präsenz erfahre, die ich so vorher selten erleben durfte, die mich überwältigen und irgendwie direkt mit dem Leben verbinden.

Ich freue mich, dass ich dir meine Worte schenken darf, und wünsche dir den Mut, deinen Weg zu gehen, viel Kraft sowie kompetente und liebe Menschen, die dich begleiten.

Das Leben ist ein Mysterium und ein grosses Geschenk!

Herzlich Barbara Studer

 

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